Nachbarschaftscafé UMME ECKE | 08.09.

Nochmal ein Aufruf in die Nachbarschaft: aus der Anwohner*innen-Initiative Teltower Vorstadt heraus haben sich einige Nachbar*innen gefunden, die gerne ein Abend-Café mit Snacks anbieten möchten.

Dazu hat das freiLand ja gesagt, sodass auch diesen Mittwoch ab 19 Uhr wieder die Türen von Haus 2 länger geöffnet bleiben.
Kommt zahlreich und bringt gute Laune mit 😀

Resumeé Initiativen-Austausch | 08.08.

Die Quintessenz des Treffen lautete wohl „am Ball bleiben“, nicht nachgeben und nicht einfach glauben, was die Politik einem sagt – stets hinterfragen, Zuarbeit anbieten und Aufklärungsarbeit leisten.

miteinander reden – aufklärung leisten

Ein sehr wichtiger Punkt, den beide Initiativen aufgriffen (Stadt für alle Leipzig, Mieter WerkStadt Berlin) war, dass bereits vor Erstellung eines Screenings Ängste bei Bürger*innen genommen und Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Denn nur, wenn ein Mindestanteil an Befragungsbögen wieder zurück geht kann ein Screening kritikfest ausgewertet werden.
Oftmals sind es Sorgen wie…

  • …ich muss mich dann finanziell „nackig“ machen…
  • …es geht doch niemanden etwas an, wie ich lebe…
  • …warum sollte ich das angeben, dass machen die anderen schon…
  • …das ist mir zu viel „Bürokratendeutsch“…
  • …das verstehe ich sowieso nicht…

…, die die Bürger*innen davon abhalten den Fragebogen voll ausgefüllt zurückzuschicken. Da aber nur eine Stichprobe des Gebietes überhaupt einen erhält ist es umso wichtiger hier solidarisch Hilfe zu leisten, indem man seinen Nachbar*innen zur Seite steht, beim Ausfüllen hilft oder Dinge erklärt. Nur dann können stichhaltige Kriterien ausgewertet werden, die in die soziale Erhaltungssatzung einfließen und diese auch vor Gericht standfest machen.

öffentlich wahrgenommen werden

Das bedeutet aber auch, dass wir als Initiative immer wieder das Thema in die Öffentlichkeit tragen müssen, auch als Anwohner*innen. Es darf und kann nicht sein, dass manche stadtpolitische Themen der rote Teppich ausgerollt und Dampf gemacht wird, es aber dann angeblich über Jahre hinweg wegen Personalmangel an einer Erarbeitung anderer Punkte scheitert.

Es liegt also (auch) in unseren Händen unseren Kiez in seiner Vielfalt zu sichern, indem wir unseren Beitrag dazu leisten eine sichere soziale Erhaltungssatzung zu ermöglichen.

Anwohner*in

Stakeholder thematisch abholen

Unter Stakeholdern versteht man Personen, Personengruppen, Institutionen, Verbände oder andere Gruppierungen, die fedeführend am Entscheidungsprozess beteiligt sind.
Im Fall der sozialen Erhaltungssatzung heißt das: neben der Bevölkerung auch die Politiker*innen der Stadtverordnetenversammlung abzuholen, bevor es um Entscheidungen geht. Bestmögliche Klarheit schaffen und miteinander reden!

Wann ginge das besser als vor der Wahl Ende September 2021?!

Das sehen manche Parteien anders, denn wie bereits erwähnt hatten wir mehrmals bei der SPD um ein Gespräch gebeten. Diese hatte den Anwohner*innen 2019 per Briefkasteneinwurf versprochen sich um deren Anliegen zu kümmern und zu unterstützen. Aus diesem Versprechen ist leider nichts weiter als heiße Luft geworden, da nunmehr nicht einmal mehr ein allgemeines Gespräch relevant sei aus Seiten der SPD. (Bericht von Stadt für alle Potsdam)

Die Verwaltung habe in unserer Anfrage bereits hinreichende Antworten gegeben.

Herr Sokol (SPD)

Mitschnitt des Meetings

Nachbarschaftscafé „Umme Ecke“

Haltet euch fest!

Am Mittwoch, 14.07.2021 öffnet das Nachbarschaftscafé UMME ECKE seine Türen für euch!
Ab 19:00 Uhr geht es am freiLand imHaus 2 los!

Was musst du mitbringen?

  • gute Laune
  • einen schmalen Taler für Getränke und/oder Snacks (auch Eis!)
  • Freund*innen aus der Nachbarschaft
  • Zeit
  • und was du sonst noch für einen entspannten Abend mit Freunden brauchst

Vorerst planen wir einen Zweiwochenrhythmus, um zu schauen, wie das Angebot angenommen wird. Vielleicht biete sich ja für den oder die ein oder andere eine Plattform für Musik oder Poetry Slam oder Spieleabende – mal sehen was die Zeit bringt!

Wer wir sind und wo man uns findet!

Schaut vorbei, wir freuen uns auf euch!

Fête de la musique | 21.06.

Liebe Nachbarschaft,
liebe Freundinnen und Freunde,

Montag ist ein besonderer Tag, denn das „Fête de la musique“ kommt nach Potsdam.
Im Rahmen dieses Events treten auch unsere wunderbaren Kiez-Musiker*innen am 21.06.2021 ab 18 Uhr in der Schlaatzstraße auf. Ihr seid also herzlich eingeladen vor die Türen zu kommen (mit Abstand und Umsicht, entsprechend den aktuellen Corona-Regeln) und diesen Klängen zu lauschen, ein wenig zu plaudern und euch auszutauschen.

Auch die Anwohner*innen-Initiative Teltower Vorstadt wird da sein und einen kurzen Einblick zur sozialen Erhaltungssatzung für unseren Stadtteil geben.
Daneben wird es einen Stand von der Initiative „Mietendeckel Potsdam“ geben, wo ihr gerne eure Unterschrift dalassen könnt  (Voraussetzungen: mind. 16 Jahre alt, in Potsdam gemeldet, deutsche Staatsangehörigkeit / EU).

Denkt daran euch bei warmem Wetter mit kühlen Getränken, Sonnenschutz und ggf. Sitzgelegenheiten einzudecken, denn wir bekommen ein etwas längeres Musikerlebnis zu hören.

Wir freuen uns euch zu sehen und wünschen euch einen sonnigen Start in die Woche.
Eure Anwohner*innen-Initiative Teltower Vorstadt

Diskrepanz des Engagements

RAW kommt, Milieuschutz lässt auf sich warten

Nach einem virtuellen Treffen der Kerngruppe unserer Anwohner*innen-Initiative Teltower Vorstadt am heutigen Freitag um 17 Uhr wurden vor allem zwei Punkte für das weitere Vorgehen besprochen:

  1. Stand RAW und Handlungsmöglichkeiten
  2. Stand soziale Erhaltungssatzung und Handlungsmöglichkeiten

Im Grunde wurde festgehalten, dass das Vorhaben auf dem RAW-Gelände weder an Dringlichkeit noch Relevanz verloren hat, die Handlungsmöglichkeiten zur Bürgerbeteiligung nun aber in die finale Phase gehen. Daher bleibt der Aufruf die eigenen Belange und ggf. Bedenken zum Projekt direkt selbst der Stadt mitzuteilen; diese wird die eingetroffenen Meldungen dann in die finale Abwägung mit einfließen lassen, bevor im Anschluss der Baubeginn verkündet werden wird. Daher ist es wichtig in dieser letzten Beteiligungsphase durch die Öffentlichkeit die Chance zu nutzen der eigenen Meinung Stimme zu verleihen.

Die Dinglichkeit eine soziale Erhaltungssatzung hingegen steigt mit jedem verstrichenen Tag. Ein Jahr „Auftragsaussetzung“ hatte die Stadtverordnetenversammlung 2020 beschlossen, sodass eingehende Aufträge bis zur Fertigstellung der Satzung innerhalb eines Jahres ausgesetzt werden können. Hier liegt es also auch an unserer Initiative am Ball zu bleiben und der Stadt zu verstehen zu geben, dass für alle Belange gleiches Engagement gefordert ist.

Kurz und knapp zum RAW-Projekt

Aktuell liegen die Dokumente öffentlich/online aus (14.04.-16.05.2021), siehe auch unser Beitrag vom 29.03.2021.

Das heißt aktuell können nochmals Anmerkungen, Bedenken oder andere Hinweise an die Stadt kommuniziert werden, die das RAW-Projekt betreffen. Diese Chance sollten wir alle nutzen, wenn wir wichtige Punkte haben, die wir aktuell noch nicht ausreichend beachtet finden.

Auch wir bleiben nicht untätig und hören uns um, ob es z.B. inhaltliche oder verfahrenstechnische Beanstandungen gibt, die für die Umsetzung relevant sind. Schließlich soll alles mit rechten Dingen zugehen und die Stadt eine hinreichend gute Absicherung zur Nutzung des Gebäudes haben. Unsere Forderungen hierzu bleiben unverändert:

  • Sicherung der Nutzungsfestlegung (anhand z.B. prozentualer Flächenverhältnisse)
  • Sicherung der Mietergruppen (z.B. StartUps, …)
  • Sicherung der Wohnsituation in der direkten Nachbarschaft (soziale Veränderungen, wie Gentrifizierung verhindern)

Kaum zu glauben, dass binnen eines Jahres ein so großes Bauprojekt gleich neben unseren Haustüren genehmigt werden konnte, wo doch mit der sozialen Erhaltungssatzung in der Stadt zurückhaltend umgegangen wird.

Wo stehen wir in Sachen Milieuschutz?

Hatte es hier anfangs Aufwind gegeben, als die Aussetzung von Beugenehmigungen für ein Jahr von der Stadtverordnetenversammlung durchgewunken wurde, so merkt man davon aktuell nichts mehr. Es ist still geworden um den vermeintlich erhofften Fortschritt der sozialen Erhaltungssatzung und den Geschäftsbereich 3 unter Frau Meier.

Daher ist es uns einmal mehr ein Anliegen dem nachzufühlen und die Stadt daran zu erinnern, dass die soziale Erhaltungssatzung mit mindestens genausoviel Elan voranzubringen ist, wie ein solches Bauvorhaben am RAW Gelände.

Jüngst sollte nach unserem Kenntnisstand und den Auskünften aus früheren Gesprächen das Grob-Screening für ganz Potsdam angelaufen sein, sodass eine Befragung der Anwohner*innen der Teltower Vorstadt nach festgelegten Kriterien ermöglicht wird.
Davon wissen wir nach jetzigem Stand jedoch noch nichts – daher werden wir noch einmal bei der Stadt nachfragen, wie hier der Stand der Dinge ist.

Neue Initiative im Anmarsch | 16.02.

Die Stimmen werden lauter, denn es bildet sich gerade eine neue Initiative über ganz Potsdam, die sich stark machen will für die Einschränkung der Mieterhöhungen.
Heute war das zweite coronackonforme Treffen via Videokonferenz-Dienstleister, und auch heute wurden wieder wichtige Punkte angesprochen, nächste Schritte definiert und rege diskutiert.

Werde Teil von etwas Großem…

… und hilf uns das Anliegen weiter zu streuen!
Die Initiative „Potsdamer Mietendeckel“ denkt über Aktionen nach, welche langfristig gesehen die steigenden Mieten in Potsdam über den qualifizierten Mietspiegel bremsen können.

Häufige Fragen (F&A)

Was kann man tun, um zu helfen?
Na zum Beispiel Farbe bekennen und öffentlich aaftreten, an (digitalen) Treffen teilnehmen und die eigenen Erfahrungen und Wünsche einbringen, oder aber an Informationsständen und -veranstaltungen (sofern mit Corona möglich) teilnehmen und Unterschriften sammeln. Nachbar*innen und Freund*innen informieren, motivieren und die eigenen Netzwerke aktivieren. Gerne auch mit Fachkenntnissen aushelfen, wenn es um die Gestaltung oder Textverfassung geht.

Wie kann man mitmachen?
Ganz frisch eingetroffen: es gibt einen Mailverteiler, in den Personen zugelassen werden können, die entweder an einem (virtuellen) Treffen teilgenommen haben oder von jemandem aus dem Verteiler „empfohlen“ wurden: also über Bekanntschaften.
Die (virtuellen) Treffen finden derzeit ca. alle zwei Wochen statt – dies kann sich aber noch ändern, wenn es in die heiße Phase geht.

Wer kann mitmachen?
Natürlich alle, die sich engagieren wollen und bereit sind sich in der ein oder anderen Rolle zu beteiligen.

Artikel MAZ+

Einwand bei ProPotsdam lohnt sich

Liebe Anwohner*innen der Teltower Vorstadt,

wie es scheint lohnt sich der Einwand gegen z.B. das Einstufungskriterium „Nahversorgung innerhalb ca. 1km“, denn es spricht sich herum, dass manche Mieter*innen dieses Kriterium nachgelassen bekommen haben. Es wurde also wieder abgezogen von der geplanten Mieterhöhung und eine neue Mieterhöhung mit einem Kriterium weniger berechnet.

Doch Vorsicht: diese nunmehr korrigierte Mietanpassung soll rückwirkend zum 01.12. geltend gemacht werden. Wie es sich rechtlich verhält ist nicht ganz klar, ob man dem so zustimmen muss, uns erreichte aber die Information, dass einige Mieter*innen dies erst für zukünftige Abbuchungen gestatten wollen und nicht rückwirkend.

Die Essenz daraus ist: erhebt Einspruch, wenn das Kriterium defacto nicht stimmt und bietet Gegenwind, wenn die Mieterhöhung euch an eure finanziellen Grenzen bringt – es kann sich lohnen.

Jahresende 2020

Hinter uns liegt ein anstrengendes, kompliziertes und in manchen Teilen sicher auch frustrierendes Jahr 2020. Seien es die letzen Bemühungen die Anliegen der Anwohner*innen in die Planung und Umsetzung des RAW-Projektes einzubringen, oder die Umstände Treffen in neuen Rahmen zu veranstalten. Dazu kommt dann sicherlich auch dieses kleine, nicht greifbare Virus, dass die Menschheit auf Trapp hält und so manchem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

ein Resumée

Alles in allem war das Jahr 2020 aber auch erfolgreich in vielerlei Hinsicht:

  • wir konnten noch einmal die Anliegen der Anwohner*innen in die Planung des RAW-Projektes einbringen und so Einfluss nehmen (hier können während der öffentlichen Auslegung noch ein letztes Mal aktiv Bedenken von öffentlicher Seite eingereicht werden)
  • die Stadtverwaltung hat einmal mehr feststellen müssen, dass solche Großprojekte nicht einfach an den Bürger*innen vorbei durchgewunken werden können und Bürgerbeteiligung auch proaktiven Diskurs bedeutet und nicht nur „eine Liste auslegen und diese dann ignorieren“
  • der Aufstellungsbeschluss für die Erhaltungssatzung wurde gefasst und hat der Stadtverwaltung so ein Jahr Luft gegeben sich auf die Ausarbeitung zu stürzen
  • ebenfalls haben wir uns intensiv mit der LINKEN ausgetauscht und starkes Interesse an einer Unterstützung zur Ausarbeitung dieser Satzung bekundet
  • unser Kiez hat einmal mehr gezeigt, dass er lebendig ist und die Menschen einander helfen, wenn es hart auf hart kommt
  • das freiLand hat uns mehr als einmal die Möglichkeit gegeben uns innen wie außen zu treffen und so ein Voranschreiten der Aktionen unserer Initiative zu ermöglichen – an dieser Stelle ein großes DANKE an euch!

to be continued…

Was bedeutet das für uns, nun wo das RAW-Projekt ins Rollen kommt?
Nun, wir hoffen, dass sich nochmals viele Anwohner*innen und Bürger*innen bei der öffentlichen Auslegung beteiligen, um Ihren Bedenken Raum zu geben. Darüber hinaus wollen wir weiterhin für Anliegen der Anwohner*innen als Sprachrohr fungieren und so eine Plattform für Austausch und Innovation bieten. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam im Kiez einen regelmäßigen „Alltag“ zu etablieren, sei es nun in monatlichen Tauschtreffen, oder Begegnusngsorten wie dem freiLand.

Wir sind uns in jedem Fall einig, dass unser Engagement und das daraus entstandene Netzwerk nicht mit dem Einsatz am RAW-Projekt beendet wurden, sondern, dass dies die Chance bietet ein dauerhaftes Nachbarschaftsnetz in unserem Kiez zu etablieren. Wo jede*r sich mit seinen Möglichkeiten einbringen kann und aufgehoben fühlt.
Gemeinsam sind wir stärker!

Bye, bye 2020 – Hello 2021!

In diesem Sinne wünschen wir allen Anwohner*innen, Leser*innen und Akteur*innen einen besinnlichen Jahresausklang – heuer leider ohne Weihnachtstisch – viel Gesundheit und einen gelungenen Start in ein chancenreiches Jahr 2021!

Treffen mit der ProPotsdam GmbH | 18.11.2020

Am 18.11.2020 ließ es sich kurzfristig und trotz Corona-Restriktionen einrichten, dass sich Mitglieder der Anwohner*innen-Initiative Teltower Vorstadt (Reiko und Verena) zusammen mit betroffenen Mieter*innen (Matthias, Gesine und Verena) trafen, um sich mit folgenden Personen zu unterhalten:

  • Herr Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer ProPotsdam GmbH
  • Herr Benno Zahn, Assistent der Geschäftsführung ProPotsdam GmbH
  • Frau Constance Kniep, Pressesprecherin der ProPotsdam GmbH
  • Frau Kerstin Kirsch, Geschäftsführerin GEWOBA Wohnungsverwaltungsgesellschaft Potsdam mbH
  • Herr Lutz Boede, Geschäftsführer der Fraktion DIE aNDERE
  • Herr Steffen Pfrogner, DIE aNDERE – Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raumes

Themensammlung

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde hinter Plexiglasscheiben eröffneten die betroffenen Mieter*innen die Gesprächsrunde zu folgenden Punkten:

  • Was plant die ProPotsdam GmbH mit den Mieterhöhungen, ist ein Ende absehbar? (viele Altmieter*innen haben im September mittlerweile die vierte Erhöhungen seit 2015 erhalten)
  • Wie sollen sich Mieter*innen die steigenden Mieten zukünftig und auch jetzt leisten können? (Stichworte: Corona, Rente, …)
  • Der Begriff „sozial“ endet dort, wo Menschen nicht mehr in bestimmte Kategorien passen, z.B. Alleinerziehende*r, Rentner*in, Student*in, …
  • Wohnungen sollten kein Spekulationsobjekt sein.

Es entsteht der Eindruck, bei uns würde abkassiert und städtische Unternehmen möchten uns raus haben. Das ist kein gutes Gefühl.

betroffene*r Mieter*in

Weitere Punkte waren unter anderem, dass die angewendeten Merkmale zur Spanneneinordnung ja nicht wertsteigernd für die eigene Wohnung seien, da sie im Grunde Baustandard darstellen. Ebenso wurde eine Richtigstellung und Abgrenzung der Begrifflichkeiten Betriebskosten und Mietkosten gefordert, da dies wiederholt in den Medien falsch berichtet wurde.

Es kamen aber auch noch weitere Ängste und Sorgen zu Wort:

  • Warum sind seit längerem angepriesene Mängel an der Mietsache (Fliesen, Laminat, Schalldämmung, Deckenabhängung, …) kein Grund die Erhöhung auszusetzen?
  • Wieso muss die Teltower Vorstadt, als eines der Viertel, die regelmäßig abgeschöpft wird, herhalten, um sozial verträglichen Wohnraum zu fördern – das ist für das Viertel nicht sonderlich sozial verträglich.
  • Wer jetzt als Bestandsmieter*in in eine kleinere Wohnung ziehen will, zahlt am Ende mehr als für die aktuelle, da die m²-Preise nach wie vor steigen.
  • Warum erhöht die ProPotsdam GmbH genau jetzt die Mieten, wo doch Verdrängungseffekte durch das zu bauende RAW-Gelände zu erwarten und sehr wahrscheinlich sind?
  • Und warum ist es gerade die Pro Potsdam, die in dem Viertel im Gegensatz zu privaten Eigentümern sehr offensiv vom rechtlichen Maximalspielraum für Mieterhöhungen Gebrauch macht?
  • Warum gaukelt die Politik den Anwohner*innen mehrfach vor „man müsse sich um die öffentlichen, genossenschaftlichen und städtischen Vermieter*innen keine Sorgen machen, denn die privaten Vermieter*innen sind die Preistreiber*innen“, wo in dem Viertel gerade die privaten Vermieter*innen teilweise seit Jahren keine Erhöhungen gefordert haben?
  • Diese Strategie stellt einen Widerspruch zwischen dem Anspruch ’sozial zu sein‘ und der Wirklichkeit dar.

erste Reaktion der ProPotsdam GmbH

Dazu nimmt die ProPotsdam GmbH sachlich und auch ausführlich Stellung, indem klar gestellt wird, dass das RAW-Projekt unerheblich für die turnusgemäßen Erhöhungen der Mieten sei. Es wurde bereits Anfang des zweiten Quartals 2020 von Mieterhöhungen abgesehen und auch zu Weihnachten würden keine weiteren verschickt werden. Die Verzögerung auf Oktober 2020 läge an der Umstellung des Systems auf SAP. Ein willentliches „Herausekeln“ sei also seitens der ProPotsdam GmbH nicht beabsichtigt.

Die Sanierung der Wohnungen von Kurze Straße 1-6, Kolonie Daheim 1 und Schlaatzstraße 11/12 fand 2006 statt. Dass die Mieten (erst) seit 2015 steigen, läge an der vorherigen Gewährleistungsphase, in der geringere Kosten für Instandhaltungen anfielen und der seinerzeit nicht ausgeschöpften Modernisierungsumlage. Inzwischen würden neben der Refinanzierung der Sanierungskosten vor allem die drastisch gestiegenen Instandhaltungskosten und Kosten für anderweitige Bautätigkeiten der Pro Potsdam GmbH die Mieterhöhungen begründen. Die Geschäftsführung sei aber überrascht von den benannten Mängeln (Schalldämmung, Fußböden, …) und bot nach Entschärfung der Corona-Lage eine Begehung vor Ort an. Laut Plan sollen bis 2035 laut Plan alle Wohnungen im Bestand der ProPotsdam GmbH einmal saniert worden sein, dann beginne für die ersten Sanierungsfälle nach gut 40 Jahren (1995-2035) das Spiel wieder von vorn.

Wieso erhalten immer nur wir eine Erhöhung alle 15 Monate? Man könnte meinen, das Motto lautet langfristig „wer die Miete nicht (mehr) bezahlen kann, der kann gehen“.

betroffene*r Mieter*in

Warum nur in bestimmten Bautenkategorien die Miete erhöht würde, läge schlichtweg am Mietenspiegel. Die ProPotsdam GmbH z.B. vermietet etwa 2/3 ihres Bestandes in Plattenbauten , welche im Schnitt 5,91€ je m² Kaltmiete kosten. Diese liegen schlichtweg schon so nah am Mittelwert der vergangenen Vergleichsmieten, dass dort keine Mieterhöhungen mehr erfolgen konnten.

Eine Grafik aus der gezeigten Präsentation stellt folgende Verteilung der insgesamt 1.657 Erhöhungen (u.a. Teltower Vorstadt) klar:

  • 2% >50€ mtl
  • 19% 25-50€ mtl
  • 80% <25€ mtl

In der Regel, so die Geschäftsführung, erhöht die ProPotsdam GmbH die Mieten um weniger als acht Prozent. Weiterhin bliebe die verschärfte Mietpreisbremse für die ProPotsdam GmbH per Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus 2012 auch nach Auslaufen der bundeslandspezifischen Kappungsgrenze Ende 2020 bindend. Das heißt, dass die ProPotsdam GmbH nach wie vor daran gebunden ist, dass Mieten innerhalb von vier Jahren um nicht mehr als 15 % erhöht werden sollen.
Sollte ein*e Mieter*in beschließen, einen Wohnungstausch vorzunehmen, so gilt das Angebot der ProPotsdam GmbH, dass die dann verlangte Miete sich so berechnet: Vergleichsmiete abzüglich 2€/m².

gedankenspiel von die andere

Herr Boede wirft dann den Gedanken ein, dass es ja doch aber auch möglich sein muss diese Dynamik der Erhöhungen zu durchbrechen. Denn erhöht man alle 15 Monate die Mieten gemäß aktuellem Mietspiegel um bis zu 15%, so erhöhen sich auch dir Vergleichsmieten zum nächsten Mietspiegel unweigerlich, sodass sich das Karussell immer weiter nach oben schaukelt.
Er erwähnt auch, dass lediglich 50% der WBS-Inhaber*innen in Potsdam aktuell versorgt werden können. Wodurch der Gedanke aufkommt, dass städtische Unternehmen sich ja vielleicht lieber um WBS-Inhaber*innen als um Neubauten bemühen sollten.
Weiterhin hinterfragt er, warum die Mieten nach 20 Jahren Refinanzierung dann nicht einfach wieder sinken, wenn doch dann alle Kosten getilgt sein müssten. Dazu führt er das Beispiel Wien auf, welches durch dieses System immer wieder günstigen Wohnraum zur Verfügung hat, wenngleich kurzzeitig die Mieten wirklich sehr hoch sein können.

Darauf erwidert Herr Westphal, dass er dieses Prinzip und auch den großen Bestand öffentlicher Wohnungen in Wien gutheißt. Gleichzeitig ließe sich das aber nicht so einfach auf Potsdam übertragen, da Refinanzierungen in der Regel nicht nur 20 , sondern eher 40 Jahre benötigen.
Dadurch ergibt sich der solidarische Ansatz, dass manche Regionen der Stadt unterdurchschnittliche, andere durchschnittliche oder wieder andere überdurchschnittliche Mieten verglichen zur Vergleichsmiete ihrer Baugruppe zahlen. Im Zweifel bedarf es immer einer Einzelfallprüfung, in deren Resultat durchaus auch Förderungen stehen können.

Frau Kirsch wirft dann ein, dass geförderte Neubauten für normale Arbeitnehmerinnen attraktiver sind, als Bestandsbauten und deswegen das breit gefächerte Klientel der ProPotsdam GmbH nicht nur über Bestandsbauten zufrieden gestellt werden könne. Außerdem „müsse man sich ja am Mietspiegel orientieren“.

Wem also die Mietpreise langsam an die Nieren gehen, der ist aufgefordert eine Einzelfallprüfung bei der Pro Potsdam zu beantragen um Wohnumstände und Mietpreis in Relation zu betrachten? Also ziehen Sie, wenn überhaupt, erst dann Konsequenzen für die Liquidität des Viertels, wenn genug Mieter*innen lauthals schreien, dass das Maß voll ist?

betroffene*r Mieter*in

Als Konter wurde eingewendet, dass man nicht „müsse“, nur weil es das Recht erlaube. Sinnvoller für Mieter*innen scheint eine Obergrenze je Haushalt festzulegen, statt einen Wegzug mit einzukalkulieren.

aneinander vorbei?

Herr Pfrogner brachte es dann nochmals auf den Punkt: Die Wohnung ist der letzte Schutzraum eines jeden Menschen, wo auch der Staat nicht einfach hinein kann. Er sollte emotionalen wie physischen Schutz bieten und Sicherheit vermitteln. Dafür sei es aber auch wichtig, dass nicht mehr als 30% des Haushaltseinkommens für die Nettokaltmiete angesetzt würden.

Was ist denn das für eine Kommunikation?! Sie berufen sich in Ihren Schreiben lediglich auf den aktuellen Mietspiegel und dass ja bei Unpässlichkeit die Möglichkeit der Beantragung von Wohngeld bestünde.
Sie riskieren also lieber einen Auszug, als sich mit Ihren Mieter*innen auseinanderzusetzen.

betroffene*r Mieter*in (sinngemäß)

Als finale Schlussfolgerung nimmt Herr Westphal mit, dass an der Kommunikation der ProPotsdam GmbH gegenüber ihrer Mieter*innen gearbeitet und die externen Mitarbeiter*innen der Hotline nochmals geschult werden sollen. Auch wird er in der Erörterung des neuen Mietspiegels anregen eine feinere Quartierunterteilung als nur für die Baujahre vorzunehmen.

Für uns Mieter*innen bleibt also nur der ganz klare Appell, sich mit der Bitte um eine Einzelfallprüfung bei der ProPotsdam GmbH zu melden, sollten die nun angehobenen Mietpreise die Schmerzgrenze des Bezahlbaren erreichen.

AKTIV WERDEN : Auslauf der Kappungsgrenze von 15% verhindern

zum 31.12.2020 läuft die Mietpreisbegrenzungsverordnung aus

Aus einem Aufruf des Deutschen Mieterbund Land Brandenburg e.V. geht hervor, dass zum Jahresende die Kappungsgrenzen- und Mietpreisbegrenzungsverordnung über den 31.12.2020 hinaus aktuell nicht fortgesetzt wird.

Um Druck auf die Landesregierung auszuüben haben sie eine Petition gestartet, die unser aller Zutun bedarf.
Gerne können sie auch Plakate, Postkarten, Unterschriftenlisten und Abrisszettel zur Verfügung stellen.

Die Beteiligung ist ganz einfach. Man klickt den unten stehenden Link an und wird dann durch die Petition geführt. Nachdem die notwendigen und freiwilligen Felder gefüllt bzw. übersprungen wurden, erhält man eine Mail an die angegebene Mailadresse. Die Bestätigung ersetzt dann die Unterschrift.

Doreen Rösler (Schatzmeisterin) Deutscher Mieterbund Land Brandenburg e.V., Mitglied im Deutschen Mieterbund e.V.

jede Stimme Zählt: Hier geht’s zur Petition

Man kann den Link auch gleich an andere Unterstützer weiterleiten. Wir sind ganz gespannt, wie viele Menschen unser Anliegen unterstützen und somit den Druck erhöhen.

Doreen Rösler (Schatzmeisterin) Deutscher Mieterbund Land Brandenburg e.V., Mitglied im Deutschen Mieterbund e.V.

Kontaktdaten DMBLB e.V.

Deutscher Mieterbund Land Brandenburg e.V.
Mitglied im Deutschen Mieterbund e.V.
Am Luftschiffhafen 1, 14471 Potsdam
Tel.: 0331-27 97 60 50
Fax: 0331-27 97 60 59
E-Mail: info@mieterbund-brandenburg.de
Vorsitzender: Dr. Rainer Radloff
VR-Nr. 243 P